KR26#2
Stiefelplatz
–Altstadt


Samstag, 25. Juli 2026
19.00 – 22.00 Uhr








Claudia Kübler

(Zürich)

Claudia Kübler versucht räumlich über Zeit nachzudenken. Flüchtigkeit und Beharrlichkeit, Kollaps und Elastizität, Zyklus und Transformation bilden zentrale Bezugspunkte ihrer Auseinandersetzung. Besondere Aufmerksamkeit gilt der geologischen, übermenschlichen Zeit – der sogenannten deep time, die ultralangsame Prozesse beschreibt. Kübler versteht Tiefenzeit als Gegenentwurf zum vorherrschenden, spätkapitalistischen Narrativ einer knappen, linearen, vorwärts preschenden Zeit. Kübler interessiert unser Zeitverständnis und vielleicht noch mehr unser Zeitunverständnis – sie fragt sich, welche Zeitregime uns prägen, in welchen Zeitdimensionen wir überhaupt zu denken fähig sind und wie wir mit Zeit spielen können.





Páll Haukur

(Reykjavík IS)

Mit meiner Kunst versuche ich, mich von bestimmten Bedeutungsvorstellungen zu lösen und Objekte an der Schnittstelle zu platzieren, an der alle sich gegenseitig ausschließenden Dinge ein und dasselbe sind – zumindest für einen Moment, kurz bevor die Entscheidung getroffen wird. Auf diese Weise versuchen meine Skulpturen, Bilder zu sein, meine Gemälde Performances und meine Installationen Zeichnungen. Es ist möglicherweise ein Versuch, einige der schwerfälligeren Probleme zu umgehen, die einem Medium innewohnen.

Ein Erfolg würde sich in einer ästhetischen Erfahrung manifestieren, die den Betrachter ständig dazu auffordert, sich in Bezug auf Objekt und Raum zu verorten und neu zu verorten, da das Ziel darin besteht, die semiotische Übereinstimmung zwischen einer Person und einem Objekt, zwischen einem Ding und einem anderen Ding zu untergraben. Bei diesen Versuchen reicht mein Werk vom Minimalen bis zum Maximalen, vom Deterministischen bis zum Willkürlichen, wobei ich oft all diese Elemente miteinander vermische – mit unvorhergesehenen Folgen und in der aufrichtigen Hoffnung, nichts Bestimmtes zu sein.






Jonas Albrecht

(Luzern)  

Jonas Albrecht ist ein Schweizer Musiker, Kultur- und Medienschaffender mit Sitz in Luzern. Er ist hauptsächlich als Schlagzeuger in der zeitgenössischen Musik aktiv, wobei seine Arbeit auch Bereiche wie Theater- und Filmkomposition, elektroakustische Klanggestaltung und Performance-Kunst umfasst. Mit einem Fokus auf transzendente und introspektive Aspekte der Musik zeichnen sich seine oft exzessiven Werke durch seine Vorliebe für Chaos, Wiederholung und Katharsis aus – sie öffnen Räume emotionalen Austauschs und fordern sowohl das Publikum als auch seine eigenen Erwartungen heraus. Mit einem körperbetonten, energetischen Schlagzeugstil erkundet er klangliche Extreme und deren Wirkung auf menschliche Interaktion.




Gestaltung David&Golia