KR26#2
Stiefelplatz
–Altstadt
Samstag, 25. Juli 2026
19.00 – 22.00 Uhr
Claudia Kübler
*1983 (Zürich)
Claudia Kübler versucht räumlich über Zeit nachzudenken. Flüchtigkeit und Beharrlichkeit, Kollaps und Elastizität, Zyklus und Transformation bilden zentrale Bezugspunkte ihrer Auseinandersetzung. Besondere Aufmerksamkeit gilt der geologischen, übermenschlichen Zeit – der sogenannten deep time, die ultralangsame Prozesse beschreibt. Kübler versteht Tiefenzeit als Gegenentwurf zum vorherrschenden, spätkapitalistischen Narrativ einer knappen, linearen, vorwärts preschenden Zeit. Kübler interessiert unser Zeitverständnis und vielleicht noch mehr unser Zeitunverständnis – sie fragt sich, welche Zeitregime uns prägen, in welchen Zeitdimensionen wir überhaupt zu denken fähig sind und wie wir mit Zeit spielen können.
Páll Haukur
Páll Haukurs Arbeit bewegt sich an der Schwelle zwischen materieller Realität und den Grenzen der Sprache – im rätselhaften Raum vor jeder Definition und Bedeutungszuschreibung. Beeinflusst vom minimalistischen Projekt lehnt er Kunst als bloßes Repräsentationssystem ab: Sie ist kein Spiegel, sondern ein Durchgang. Doch ersetzt er die intentionale Zwecklosigkeit des Minimalismus durch eine zeitgenössische, neurotischere Spiritualität – geprägt vom gleichzeitigen Verlangen nach sich ausschließenden Dingen. Seine Installationen und Objekte funktionieren als Situationen statt als Narrative und drängen Materialien an die Grenzen ihrer eigenen Logik. Páll Haukur hält einen MFA vom California Institute of the Arts sowie einen BA von der Iceland University of the Arts und hat u. a. im Reykjavik Art Museum und der V-A-C Foundation ausgestellt.
Jonas Albrecht
Jonas Albrecht ist ein Schweizer Musiker, Kultur- und Medienschaffender mit Sitz in Luzern. Er ist hauptsächlich als Schlagzeuger in der zeitgenössischen Musik aktiv, wobei seine Arbeit auch Bereiche wie Theater- und Filmkomposition, elektroakustische Klanggestaltung und Performance-Kunst umfasst. Mit einem Fokus auf transzendente und introspektive Aspekte der Musik zeichnen sich seine oft exzessiven Werke durch seine Vorliebe für Chaos, Wiederholung und Katharsis aus – sie öffnen Räume emotionalen Austauschs und fordern sowohl das Publikum als auch seine eigenen Erwartungen heraus. Mit einem körperbetonten, energetischen Schlagzeugstil erkundet er klangliche Extreme und deren Wirkung auf menschliche Interaktion.